Zusammenfassung
Weltweit erste In-vivo-CRISPR-Gentherapie am menschlichen Auge. EDIT-101 zielte auf die häufige Intron-26-Mutation im CEP290-Gen, die LCA10 verursacht. Das Programm wurde nach gemischten Phase-I/II-Ergebnissen eingestellt.
Studiendetails
| Indikation | CEP290-assoziierte LCA10 (Intron-26-Variante c.2991+1655A>G) |
| Mechanismus | CRISPR/Cas9 Gene Editing, subretinale Injektion via AAV5 |
| Sponsor | Editas Medicine / Allergan (AbbVie) |
| Phase | Phase I/II (BRILLIANCE), eingestellt 2023 |
| Status | Programm beendet; Teilnehmer in Langzeitbeobachtung |
| Einschluss | Homozygot oder compound-heterozygot für CEP290 IVS26-Mutation |
| Endpunkt | Sicherheit, Best Corrected Visual Acuity |
| Aktualisiert | 05.12.2022 (ClinicalTrials.gov) |
Ausführliche Beschreibung
EDIT-101 war die weltweit erste klinische Anwendung von CRISPR/Cas9-Genomeditierung direkt im menschlichen Körper. Das Medikament wurde subretinal injiziert und enthielt einen AAV5-Vektor, der sowohl die Cas9-Nuklease als auch zwei Guide-RNAs kodierte. Ziel war es, die pathogene Intron-26-Spleißmutation im CEP290-Gen (c.2991+1655A>G) herauszuschneiden.
Diese spezifische Mutation erzeugt ein kryptisches Exon im CEP290-mRNA-Transkript, was zu einem nicht-funktionalen Protein führt. CEP290 ist ein Ziliarprotein, das für den intraflagellaren Transport in Photorezeptoren essentiell ist.
Die BRILLIANCE-Studie (NCT03872479) schloss 14 Teilnehmer ein. Während einige Patienten in höheren Dosisgruppen eine messbare Verbesserung der Lichtempfindlichkeit zeigten, war das Gesamtergebnis nicht ausreichend für eine Weiterentwicklung. Editas Medicine stellte das Programm 2023 ein. Die Studie lieferte dennoch wertvolle Erkenntnisse für zukünftige CRISPR-basierte Augentherapien.
Maßgeblich sind die tagesaktuellen Einträge in der Studiendatenbank. Stand dieser Zusammenfassung: April 2026.